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Überblick

Die GEW engagiert sich für Studierende. Sie tritt ein für die Verbesserung der Studienbedingungen und bietet den Studierenden ein umfassendes Service- und Informationsangebot. Nachdem Hochschulen oftmals und viel zu lange vor allem nach ihren Forschungsleistungen beurteilt und mit Mitteln ausgestattet worden waren, wird die Qualität der Lehre aktuell endlich wieder stärker in den Blick genommen.

An die Stelle der früheren Praxis der staatlichen Regelung und Genehmigung von Studiengängen und Curricula ist mit der Akkreditierung ein neues System der Qualitätssicherung getreten. Dessen Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen und die bisher gefundenen Lösungen können keineswegs befriedigen. Es besteht die Gefahr, dass unter dem Deckmantel der Qualitätsentwicklung in einer demokratiefreien Grauzone eine abgeschottete Bürokratie von Experten und Lobbyisten etabliert wird.

Die GEW hält dem entgegen: Was Qualität ist, lässt sich weder akademisch messen noch exekutiv dekretieren. Die Gütekriterien eines Studiums werden von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen ebenso verschieden definiert wie von Lehrenden und Studierenden. Qualität ist ein politischer Begriff, dem Diskussions- und Aushandlungsprozesse zu Grunde
liegen. Ein System der Qualitätsentwicklung muss daher einerseits ergebnisoffen, dynamisch und korrekturfähig sein und andererseits die Partizipation der an Lehre und Studium eines Studiengangs beteiligten Gruppen sowie der beruflichen und gesellschaftlichen Praxisfelder, auf die das Studium zielt, ermöglichen. Qualitätsentwicklung kann die Verantwortung von demokratisch legitimierten politischen Entscheidungsträgern und Hochschulgremien nicht ersetzen, sondern muss diese vor allem unterstützen.

Höchste Zeit für studierendenzentriertes Lehren und Lernen: "Time for Student Centered Learning" (T4SCL) - so lautet das Motto eines gemeinsamen Projekts, dessen Ergebnisse die Bildungsinternationale (Education International - EI) und die European Students Union (ESU) am 14.10. in Leuven (Belgien) vorstellten. Für Januar 2011 planen die GEW und der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) eine Veranstaltung zur Verankerung der studierendenzentrierten Lehre an deutschen Hochschulen.

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