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News vom 15.06.2007Frankfurt a.M./Berlin - „Die Hochschulen sind noch nicht ausreichend dafür ausgestattet, die Qualität der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge eigenverantwortlich zu sichern.“ Mit diesen Worten kritisierte Andreas Keller, für Hochschule und Forschung verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), den heutigen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Einführung der Systemakkreditierung bei konsekutiven Studiengängen (Bachelor/Master).
„Die Zeit ist noch lange nicht reif für eine Abkehr von der Programmakkreditierung“, betonte Keller. Die meisten Hochschulen stünden bei der Etablierung von Verfahren zur Qualitätssicherung und zum Qualitätsmanagement erst am Anfang. Die hohen Standards des geltenden Akkreditierungsverfahrens würden mit der Einführung der Systemakkreditierung leichtfertig preisgegeben. „Hierzu gehört auch die Beteiligung der Studierenden sowie der Gewerkschaften als Vertreterinnen der beruflichen Praxis“, sagte der GEW-Sprecher.
„Die Akzeptanz der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge bei den Studierenden und auf dem Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren gewachsen. Alle Beteiligten konnten darauf vertrauen, dass die Qualität und Berufsbefähigung jedes einzelnen Studiengangs nachgewiesen werden muss. Mit der Einführung der Systemakkreditierung setzt die KMK dieses Vertrauen aufs Spiel“, warnte Keller.
Info: Die bisherigen Strukturvorgaben der KMK für die Akkreditierung sehen vor, dass die Qualität jedes einzelnen neuen Bachelor- und Masterstudiengangs geprüft werden muss (Programmakkreditierung). Im neuen Verfahren der Systemakkreditierung ist vorgesehen, Hochschulen insgesamt als Institutionen zu prüfen. Fällt das Ergebnis positiv aus, gelten alle von der Hochschule angebotenen Studiengänge als akkreditiert.